Mittwoch, 5. August 2015

Wahre Gastfreundschaft in der Not!

Naburn - Scarborough - Hexham

Der Tag in York ist leider schon vorbei und so sind wir wieder ein wenig erholt für die weiteren Kilometer unserer Reise. Am Abend zuvor hatten wir noch an der Rezeption des Campingplatzes nachgefragt, ob sie uns einen Campingplatz in der Nähe von Newcastle empfehlen könnten. Zwar bekamen wir keine Empfehlung, aber einen Campingplatzführer. Dieser war von 2013/2014, half uns aber insofern weiter, dass wir somit auf Hexham aufmerksam wurden. Da Hexham direkt unterhalb des Hadrian's Wall liegt, kam die Idee auf, wir könnten dann am nächsten Morgen ein paar Sehenswürdigkeiten entlang des noch vorhandenen Walls anschauen, bevor es weiter gen Norden gehen sollte.

Somit machten wir uns daran, alles zu packen wieder einmal und dann die Kilometer zum Tagesziel zu verringern. Anfangs fuhren wir für ein paar Kilometer die gleiche Strecke wie am Vortag schon mit dem Bus, doch dann zweigten wir ab, um dem Verkehr durch York hindurch zu entgehen. Es ging bald auch wieder auf eine größere Straße, so dass wir recht zügig voran kamen. Doch wenn es mal gut läuft, dann kommt doch noch ein Stau!

Wir hatten für den heutigen Tag einen Abstecher eingeplant, es sollte noch nach Scarborough gehen. Damals hatte ich den Tipp bekommen, dass es dort eine Rennstrecke gibt, die in den öffentlichen Verkehr mit eingebunden ist. Doch erst mussten wir noch durch den üblichen starken Stadtverkehr hindurch. Dabei verpassten wir leider die richtige Abzweigung, da hier das Navi nicht helfen konnte. Es ging also ein wenig mehr durch die Stadt, um bei diesem Umweg dann glücklicherweise die richtige Abzweigung zu erwischen. Ein paar Kurven und eine Spitzkehre später waren wir an dem mir bekannten Monument.

Elly gönnte sich eine Pause und machte so ein paar Bilder von mir während ich ein paar Runden auf der Rennstrecke ziehen wollte. Die erste Runde war erst einmal zur Orientierung. Die Zweite war dann für den Spaß. ;-) Als ich wieder anhielt, sagte mir Elly, dass ich noch mal fahren müsste, da der Fotoapparat nicht auslösen wollte. War ich etwa zu schnell für den Autofokus? Nun ja, was tut man nicht alles für ein gutes Bild? Man fährt eben noch einmal. Dieses Mal nahm ich aber eine Abkürzung, um nicht wieder in Versuchung zu kommen, mal am Gasgriff etwas weiter zu drehen.


 
Mit guten Bildern im Kasten konnten wir uns dann gemeinsam der Aussicht widmen. Ein wahrlich herrlicher Blick über die Stadt. Etwas weiter weg, kann man die Ruine von Scarborough erkennen. Wir entschieden uns aber eher dafür einen Abstecher in das hiesige Kleinlokal zu machen, anstatt wieder aufzusitzen und durch die Stadt zur Ruine zu fahren.

  
Ein Stück Kuchen und etwas Tee später ging es dann wieder weiter. Somit konnte Elly auch noch ein paar Meter auf der Rennstrecke dahingleiten, bevor es in den Stadtverkehr gehen sollte. Durch die Stadt hindurch ging es recht gut, doch die kurvige Landstraße machte Elly ein wenig zu schaffen. Daher machten wir eher langsam und vorsichtig und kamen trotzdem voran.

Durch die Extrakilometer verschob sich unser Zeitplan etwas nach hinten. Kilometer um Kilometer wurde dennoch die Zahl auf dem Navi kleiner. Die letzten Kilometer führte uns das Navi entlang von sehr interessanten Straßen. Teilweise waren diese so schmal, dass es selbst bei einem entgegen kommenden Motorrad eng geworden wäre. Doch waren hier wenig Häuser zu finden und somit auch fast gar kein Verkehr.

Am Ziel angekommen, hätte eigentlich die Rezeption noch offen sein sollen. Doch weit gefehlt. Zu guter Letzt öffnete sich ein Fenster und uns wurde mitgeteilt, dass der Platz voll sei. Wir konnten uns somit nur wieder weiter auf die Suche machen. Ein paar Meter zurück die Straße sahen wir einen Anwohner und bei der Frage nach dem Weg zum nächsten Campingplatz wurde uns angeboten doch bei dem netten Engländer direkt zu übernachten. Dieses Angebot ließen wir uns noch kurz durch den Kopf gehen und entschlossen uns, es anzunehmen.

Schnell wurde noch der Traktor mit Hemd und Krawatte vom Nachbarn aus der Einfahrt gefahren, dass wir unsere Zweiräder bequem abstellen konnten. Unsere Dankbarkeit für diese Gastfreundschaft wurde immer größer, als wir gezeigt bekamen, wo wir unser Zelt aufschlagen durften. Im schönen Garten durften wir nächtigen, im Haus durften wir die Toilette mit in Anspruch nehmen. Alle Annehmlichkeiten waren somit für uns zugänglich. Während wir dann das Zelt aufbauten, bekamen wir auch schon einen Tee gereicht. Alles in allem war dies ein so schöner Empfang für uns, dass wir glücklich in unsere Schlafsäcke sinken konnten.


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