Der Morgen fing eigentlich recht sonnig an, aber in
Schottland kann das Wetter schnell umschlagen. Zumindest wird das immer so
erzählt, mal schauen, ob das denn auch stimmt? Nun ja, beim Abbauen des Zeltes
sollte sich schon mal zeigen, dass es mal eben schnell regnen kann. Als das
nasse Zelt dann verstaut war, hörte es auch schon wieder auf. So setzten wir
uns auf die Motorräder und begannen unsere Tagestour. Wie immer hatten wir ja
ganz viel vor für den ganzen Tag. ;)
Bis Inverness waren es nicht mehr viele Kilometer, aber
dennoch genug, um eine Pause einzulegen. In den letzten Tagen hatten wir auch
kein Internet mehr gehabt, so dass wir mal wieder einen McD aufsuchen wollten.
Wir stürzten uns also in den Stadtverkehr und konnten so die roten Ampeln und
den zähflüssigen Verkehr gut nutzen, um uns zu orientieren. Mit ein wenig Umweg
fanden wir auch einen Parkplatz für Motorräder mitten in der Stadt. Während wir
uns noch sortierten kamen schon ein paar Passanten vorbei und bestaunten unsere
Bikes mit der ganzen Beladung. Wir bekamen noch ein paar gute Tipps für die um
uns liegende Altstadt von Inverness.
| Parkplatz nur für Motorräder mitten in der Innenstadt |
So nahmen wir doch zuerst das GPS in die Hand und machten
uns auf die Suche nach ein oder zwei Dosen. Die erste Dose fanden wir leider
nicht, aber dafür eine faszinierende Hängebrücke für Fußgänger und Radfahrer.
Die schaukelte bei jedem Schritt ganz schön kräftig, für Elly hielt ich mich
dann aber doch lieber zurück. :D Des weiteren fanden wir auch noch einen Munzee
an der Brücke und nach genauerer Betrachtung der näheren Umgebung dieses
Munzees prangte doch da glatt ein Aufkleber mit Karlsruhe daneben.
| besagte schwingende Hängebrücke |
Bis der Hunger vollends die Aufmerksamkeit auf sich zog. Also ging es in den McD, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dort verbrachten wir dann doch leider recht viel Zeit mit Blog hochladen und essen, so dass es für uns irgendwann doch wieder an der Zeit war, endlich weiter zu fahren, da es ja noch einiges an Weg war und wir ja auch noch keinen Schlafplatz hatten. Also packten wir auch hier mal wieder unsere sieben Sachen ein.
Gerade wieder zurück bei den Motorrädern und
glücklicherweise schon alles ordentlich verstaut, begann es wieder zu regnen.
Wir fuhren erst einmal los und hofften auf dem Weg aus der Stadtmitte auf eine
Tankstelle und auf besseres Wetter. Denn so nasser es von außen wurde, so
trockener wurde es in den Tanks unserer Motorräder. Leider hatten wir kein
Glück und hielten etwas außerhalb von Inverness einfach mal an, um wenigstens
Elly ein paar Liter in den Tank zu schütten, wenn man schon Reserve dabei hat.
Dabei kam natürlich auch ein wenig Wasser vom Regen mit in den Tank, aber das
hielt sich wohl in Grenzen, so sollte es sich auf den folgenden Kilometern
zumindest zeigen.
Entlang des Loch Ness fuhren wir im strömenden Regen bis zur
nächsten Tankstelle, die aber leider erst viele, viele Kilometern später kommen
sollte. So waren wir bis dahin dann schon ziemlich nass und die Ärmel tropften
nur so, wenn man sie nach unten hielt. Immerhin war die Ebbe in den Tanks
behoben und der Regen lies etwas nach. Als wir am Urquhart Castle ankamen,
schien sogar wieder die Sonne. Der Eintritt war uns aber zu teuer und wir
wollten auch eher weiter, um aus den nassen Klamotten raus zu kommen. Somit
machten wir den Tradi und versuchten uns an den Bedingungen für den Earthcache,
bevor es wieder auf den Bikes voran ging. Und wer weiß, wie das Wetter dabei
wieder war, genau, es begann wieder zu regnen.
| Urquhart Castle im Sonnenschein |
| ... hier können wir noch gut lachen ... |
Da wir immer wieder an B&B-Schildern vorbei fuhren,
versuchten wir unser Glück, ob dort noch ein Zimmer frei wäre. Doch nach den
ersten zehn Fehlversuchen wurde uns klar, dass uns zumindest für heute Fortuna
im Regen stehen ließ. Selbst auch Hotels waren ausgebucht. Wir brauchten aber
irgendwie eine Unterkunft und so hieß es weiter versuchen. Inzwischen blieb
Elly an der Hauptstraße stehen und ich fuhr zu den einzelnen Häusern hin. Doch
eine Enttäuschung folgte auf die Nächste. An einer Stelle an der Straße, an der
Elly auf mich wartete, hatte sich eine riesiger See gebildet. Die Autos die
vorbei fuhren, hatten aber wohl keine Lust oder keine Chance auszuweichen. So
wurde Elly leider nicht nur von oben nass, sondern auch noch von unten
durchgespült. Doch unsere Odyssee ging immer noch weiter. Haus um Haus wurde
versucht und auch jedes Hotel. So war es schon so langsam am dunkel werden, als
wir in Kyle of Lochalsh am Hotel ankamen und wieder abgewiesen wurden. Wir
beide waren am verzweifeln und wussten nicht, was wir weiter noch alles machen
könnten. Während wir noch der Alternativen überlegten, wurde auf der anderen
Straßenseite schnell noch ein "No Vacancy" Schild ins Fenster gehängt.
Das war auch ein B&B, was uns jetzt erst auffiel. Doch als der Hausherr vor
der Tür stand und wir ihn um einen Hinweis für ein noch freies Zimmer fragten,
hatte er ein Erbarmen mit uns und ließ uns herein. Wie wir dann später
erfuhren, war dies eigentlich der einzige freie Tag von Hamish & Shelagh. Da
sie aber auch selbst Motorradfahrer sind, hatten sie Mitleid mit uns und nahmen
uns somit auf. Wir waren so dankbar für diese Geste und konnten uns endlich aus
den nassen Sachen schälen und wieder ein wenig aufwärmen. Uns wurde noch ein
"Talisker", ein leckerer Whisky, zum Aufwärmen gereicht und gezeigt,
wo wir all die nassen Sachen trocknen können. Dies und das musste noch sortiert
werden und dann natürlich noch eine heiße Dusche für meine Frau und eine warme
für mich. Danach fielen wir erleichtert und erschöpft ins Bett.
GEOCACHE:
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