Montag, 10. August 2015

"No Vacancy" (Kein Zimmer frei)

Aviemore - Inverness - Kyle of Lochalsh

Der Morgen fing eigentlich recht sonnig an, aber in Schottland kann das Wetter schnell umschlagen. Zumindest wird das immer so erzählt, mal schauen, ob das denn auch stimmt? Nun ja, beim Abbauen des Zeltes sollte sich schon mal zeigen, dass es mal eben schnell regnen kann. Als das nasse Zelt dann verstaut war, hörte es auch schon wieder auf. So setzten wir uns auf die Motorräder und begannen unsere Tagestour. Wie immer hatten wir ja ganz viel vor für den ganzen Tag. ;)

Bis Inverness waren es nicht mehr viele Kilometer, aber dennoch genug, um eine Pause einzulegen. In den letzten Tagen hatten wir auch kein Internet mehr gehabt, so dass wir mal wieder einen McD aufsuchen wollten. Wir stürzten uns also in den Stadtverkehr und konnten so die roten Ampeln und den zähflüssigen Verkehr gut nutzen, um uns zu orientieren. Mit ein wenig Umweg fanden wir auch einen Parkplatz für Motorräder mitten in der Stadt. Während wir uns noch sortierten kamen schon ein paar Passanten vorbei und bestaunten unsere Bikes mit der ganzen Beladung. Wir bekamen noch ein paar gute Tipps für die um uns liegende Altstadt von Inverness.

Parkplatz nur für Motorräder mitten in der Innenstadt
   
So nahmen wir doch zuerst das GPS in die Hand und machten uns auf die Suche nach ein oder zwei Dosen. Die erste Dose fanden wir leider nicht, aber dafür eine faszinierende Hängebrücke für Fußgänger und Radfahrer. Die schaukelte bei jedem Schritt ganz schön kräftig, für Elly hielt ich mich dann aber doch lieber zurück. :D Des weiteren fanden wir auch noch einen Munzee an der Brücke und nach genauerer Betrachtung der näheren Umgebung dieses Munzees prangte doch da glatt ein Aufkleber mit Karlsruhe daneben.

besagte schwingende Hängebrücke
Wieder auf dem Weg zurück in die Altstadt gingen wir noch mal kurz an den Motorrädern vorbei. Danach ging es auf Souvenirjagd und der Jagd nach Essen für das Frühstück am nächsten Tag. Dabei wurden hier und da natürlich auch noch Fotos von den Sehenswürdigkeiten gemacht.

  
Bis der Hunger vollends die Aufmerksamkeit auf sich zog. Also ging es in den McD, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dort verbrachten wir dann doch leider recht viel Zeit mit Blog hochladen und essen, so dass es für uns irgendwann doch wieder an der Zeit war, endlich weiter zu fahren, da es ja noch einiges an Weg war und wir ja auch noch keinen Schlafplatz hatten. Also packten wir auch hier mal wieder unsere sieben Sachen ein.

Gerade wieder zurück bei den Motorrädern und glücklicherweise schon alles ordentlich verstaut, begann es wieder zu regnen. Wir fuhren erst einmal los und hofften auf dem Weg aus der Stadtmitte auf eine Tankstelle und auf besseres Wetter. Denn so nasser es von außen wurde, so trockener wurde es in den Tanks unserer Motorräder. Leider hatten wir kein Glück und hielten etwas außerhalb von Inverness einfach mal an, um wenigstens Elly ein paar Liter in den Tank zu schütten, wenn man schon Reserve dabei hat. Dabei kam natürlich auch ein wenig Wasser vom Regen mit in den Tank, aber das hielt sich wohl in Grenzen, so sollte es sich auf den folgenden Kilometern zumindest zeigen.
Entlang des Loch Ness fuhren wir im strömenden Regen bis zur nächsten Tankstelle, die aber leider erst viele, viele Kilometern später kommen sollte. So waren wir bis dahin dann schon ziemlich nass und die Ärmel tropften nur so, wenn man sie nach unten hielt. Immerhin war die Ebbe in den Tanks behoben und der Regen lies etwas nach. Als wir am Urquhart Castle ankamen, schien sogar wieder die Sonne. Der Eintritt war uns aber zu teuer und wir wollten auch eher weiter, um aus den nassen Klamotten raus zu kommen. Somit machten wir den Tradi und versuchten uns an den Bedingungen für den Earthcache, bevor es wieder auf den Bikes voran ging. Und wer weiß, wie das Wetter dabei wieder war, genau, es begann wieder zu regnen.
  
Urquhart Castle im Sonnenschein

... hier können wir noch gut lachen ...
Einige Kilometer weiter kamen wir an der Stelle meiner Nemesis von vor fünf Jahren vorbei. Eigentlich wollte ich hier eine ordentliche Gedenkminute einlegen, aber bei dem Regen und den nassen Sachen, kürzten wir das hier ab und fuhren daher vorsichtig und unfallfrei weiter! Der Regen wollte aber mit uns keine Gnade haben. So fassten wir den Entschluss, heute sollte mal das viel gelobte Bed & Breakfast ausgetestet werden. Bis zu unserem heutigen Tagesziel, ein Campingplatz in der Nähe der Isle of Skye waren es zwar noch ein paar Kilometer, aber wir wollten ja eh nicht mehr für heute das auch schon nasse Zelt aufstellen.

Da wir immer wieder an B&B-Schildern vorbei fuhren, versuchten wir unser Glück, ob dort noch ein Zimmer frei wäre. Doch nach den ersten zehn Fehlversuchen wurde uns klar, dass uns zumindest für heute Fortuna im Regen stehen ließ. Selbst auch Hotels waren ausgebucht. Wir brauchten aber irgendwie eine Unterkunft und so hieß es weiter versuchen. Inzwischen blieb Elly an der Hauptstraße stehen und ich fuhr zu den einzelnen Häusern hin. Doch eine Enttäuschung folgte auf die Nächste. An einer Stelle an der Straße, an der Elly auf mich wartete, hatte sich eine riesiger See gebildet. Die Autos die vorbei fuhren, hatten aber wohl keine Lust oder keine Chance auszuweichen. So wurde Elly leider nicht nur von oben nass, sondern auch noch von unten durchgespült. Doch unsere Odyssee ging immer noch weiter. Haus um Haus wurde versucht und auch jedes Hotel. So war es schon so langsam am dunkel werden, als wir in Kyle of Lochalsh am Hotel ankamen und wieder abgewiesen wurden. Wir beide waren am verzweifeln und wussten nicht, was wir weiter noch alles machen könnten. Während wir noch der Alternativen überlegten, wurde auf der anderen Straßenseite schnell noch ein "No Vacancy" Schild ins Fenster gehängt. Das war auch ein B&B, was uns jetzt erst auffiel. Doch als der Hausherr vor der Tür stand und wir ihn um einen Hinweis für ein noch freies Zimmer fragten, hatte er ein Erbarmen mit uns und ließ uns herein. Wie wir dann später erfuhren, war dies eigentlich der einzige freie Tag von Hamish & Shelagh. Da sie aber auch selbst Motorradfahrer sind, hatten sie Mitleid mit uns und nahmen uns somit auf. Wir waren so dankbar für diese Geste und konnten uns endlich aus den nassen Sachen schälen und wieder ein wenig aufwärmen. Uns wurde noch ein "Talisker", ein leckerer Whisky, zum Aufwärmen gereicht und gezeigt, wo wir all die nassen Sachen trocknen können. Dies und das musste noch sortiert werden und dann natürlich noch eine heiße Dusche für meine Frau und eine warme für mich. Danach fielen wir erleichtert und erschöpft ins Bett.

GEOCACHE:

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